Warum Vollgas beim Warmstart geben bzw. orgeln? ("schlechter Warmstart")
- Jochen SM-13
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Warum Vollgas beim Warmstart geben bzw. orgeln? ("schlechter Warmstart")
12 Okt. 2020 11:28
Hallo,
öfter wird dieses Thema mal angesprochen bzw. gefragt: "wie macht man es am besten und warum überhaupt?"
Man muss es sich ja auch erst einmal "in den Gasfuss gewöhnen", da es keine Entsprechung bei modernen Autos hat.
Dies fand ich spontan beim Googeln im "rekord-p2-forum", von einem Alfred H. - was sagt Ihr dazu?
Wegen Warmstart / Heißstart eines alten Opels mit Vergaser ist es praktikabel, mit voll getretenem Gaspedal zu starten, natürlich sofort nachlassen, wenn der Motor läuft !
Um eine halbwegs gleichmäßige Gemischverteilung zu bekommen, haben die alten Opel-Mannen das Saugrohr stark angewärmt,
über den Abgaskrümmer (hot-spot zu Neudeutsch). Dadurch soll erreicht werden, dass "große Benzintropfen" möglichst schnell verdampfen oder kleiner werden, damit sie dem Gasstrom folgen können.
…
2) So lange der Motor läuft, gibt es ein Gleichgewicht zwischen zugeführter Gemischmenge, Saugrohrbenetzung mit Benzin und der abgenommenen Gemischmenge.
Wenn der Motor abgestellt wird, wird keine Luft mehr angesaugt, die Gemischbildung ruht. Durch die Nachheizung verdunstet aber immer etwas Benzin aus dem
Vergaser und gelangt in den Ansaugtrakt. Wird nun gestartet, ist das Gemisch sehr fett, u.U. nicht zündfähig. Wenn der Vergaser auch noch in Standgasstellung steht,
liefert er getreu der Einstellung neues Gemisch dazu, seiner Meinung nach wäre das in Ordnung, denn die Einstellung sorgt dafür, dass die "Neuzugabe richtig ist".
Zusammen genommen, mit der sehr reichen Restmenge im Saugrohr ist das aber nicht so > in Summe immer noch viel zu fett.
Das Fettgemisch muß also möglichst schnell so weit verdünnt werden, dass es wieder zündfähig wird. Das geht durch Vollöffnung der Drosselklappe:
a) zunächst wird zwar über die Beschleunigerpumpe nochmal Sprit eingespritzt, das ist kontraproduktiv, nur genau 1 x machen und Vollgasstellung halten.
b) beim Starten (Anlasserdrehzahl) liefert der Vergaser aber nur Luft, kein Gemisch, weil die Luftgeschwindigkeit im Lufttrichter nun zu klein ist, um das
Haupt-Düsensystem zum Fördern anzuregen und das Leerlaufsystem nicht mehr anspricht.
Das führt schnell zum Erfolg.
…
Die vorhergehend beschriebenen Zusammenhänge treffen grundsätzlich für Vergasermotoren zu.
öfter wird dieses Thema mal angesprochen bzw. gefragt: "wie macht man es am besten und warum überhaupt?"
Man muss es sich ja auch erst einmal "in den Gasfuss gewöhnen", da es keine Entsprechung bei modernen Autos hat.
Dies fand ich spontan beim Googeln im "rekord-p2-forum", von einem Alfred H. - was sagt Ihr dazu?
Wegen Warmstart / Heißstart eines alten Opels mit Vergaser ist es praktikabel, mit voll getretenem Gaspedal zu starten, natürlich sofort nachlassen, wenn der Motor läuft !
Um eine halbwegs gleichmäßige Gemischverteilung zu bekommen, haben die alten Opel-Mannen das Saugrohr stark angewärmt,
über den Abgaskrümmer (hot-spot zu Neudeutsch). Dadurch soll erreicht werden, dass "große Benzintropfen" möglichst schnell verdampfen oder kleiner werden, damit sie dem Gasstrom folgen können.
…
2) So lange der Motor läuft, gibt es ein Gleichgewicht zwischen zugeführter Gemischmenge, Saugrohrbenetzung mit Benzin und der abgenommenen Gemischmenge.
Wenn der Motor abgestellt wird, wird keine Luft mehr angesaugt, die Gemischbildung ruht. Durch die Nachheizung verdunstet aber immer etwas Benzin aus dem
Vergaser und gelangt in den Ansaugtrakt. Wird nun gestartet, ist das Gemisch sehr fett, u.U. nicht zündfähig. Wenn der Vergaser auch noch in Standgasstellung steht,
liefert er getreu der Einstellung neues Gemisch dazu, seiner Meinung nach wäre das in Ordnung, denn die Einstellung sorgt dafür, dass die "Neuzugabe richtig ist".
Zusammen genommen, mit der sehr reichen Restmenge im Saugrohr ist das aber nicht so > in Summe immer noch viel zu fett.
Das Fettgemisch muß also möglichst schnell so weit verdünnt werden, dass es wieder zündfähig wird. Das geht durch Vollöffnung der Drosselklappe:
a) zunächst wird zwar über die Beschleunigerpumpe nochmal Sprit eingespritzt, das ist kontraproduktiv, nur genau 1 x machen und Vollgasstellung halten.
b) beim Starten (Anlasserdrehzahl) liefert der Vergaser aber nur Luft, kein Gemisch, weil die Luftgeschwindigkeit im Lufttrichter nun zu klein ist, um das
Haupt-Düsensystem zum Fördern anzuregen und das Leerlaufsystem nicht mehr anspricht.
Das führt schnell zum Erfolg.
…
Die vorhergehend beschriebenen Zusammenhänge treffen grundsätzlich für Vergasermotoren zu.
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- Andy
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Re: Warum Vollgas beim Warmstart geben bzw. orgeln? ("schlechter Warmstart")
12 Okt. 2020 13:17
Du meinst, weil Citroen und opel jetzt bei PSA sind, gilt das vom Obbl für den SM?
Also mir wäre da was aus der Verbindung von PSA/Citroen zum ebenso dazugehörenden Laden namens Maserati lieber und treffender.
Aber physikalisch wird es stimmen.
Andreas
Also mir wäre da was aus der Verbindung von PSA/Citroen zum ebenso dazugehörenden Laden namens Maserati lieber und treffender.
Aber physikalisch wird es stimmen.
Andreas
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- Jochen SM-13
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Re: Warum Vollgas beim Warmstart geben bzw. orgeln? ("schlechter Warmstart")
12 Okt. 2020 16:17
Das Urheberrecht wollte ich wahren, Andy,
denn "Alfred H." hat sich offensichtlich Mühe mit einer detaillierten Beschreibung gemacht.
denn "Alfred H." hat sich offensichtlich Mühe mit einer detaillierten Beschreibung gemacht.
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